Neuer, flacher Fingerabdrucksensor

Der klassische Weg, Zugang zu elektronischen Geräten und Diensten zu erhalten, ist die Kombination von Benutzername und Passwort. Das funktioniert, solange man nur eine Handvoll von Systemen benutzt. Doch mit dem Boom portabler Technik und vielfältiger Web-2.0-Services wächst die Zahl der Passwörter, die ein Benutzer sich merken muss. Abhilfe schaffen biometrische Erkennungssysteme, die einen Benutzer anhand seiner körpereigenen Merkmale identifizieren.

Der individuelle Fingerabdruck blickt auf eine lange Vergangenheit zurück: Schon im Jahr 246 A.D. authentifizierten chinesische Würdenträger ihre Amtssiegel aus Ton einfach durch ihren Fingerabdruck. Moderne Fingerprint-Scanner arbeiten natürlich deutlich besser und schneller: Man zieht einfach seine Fingerkuppe über einen Bildsensor, erst dann gibt das Gerät den Zugriff frei.

Laut einer EgisTec-Herstellermeldung vom 14. Januar 2010 stellte der Sicherheits- und Biometrie-Spezialist auf der Messe CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas zwei neue Produkte aus diesem Bereich vor. Das erste ist das EgisTec ES603-AF Fingerabdrucksensor-Modul, das durch seine Bauweise neue Zielgruppen (bei OEMs und Herstellern) erschließen soll. Althergebrachte Sensor-Module benötigen nämlich viel Platz und müssen versenkt im Gehäuse angebracht werden, was oft hässlich auffällt und laut EgisTec zu Fehlbedienungen durch den Benutzer führen kann.Das neue Modul im "All-Flat Design" soll es erlauben, den Sensor so nahtlos in Geräte zu integrieren, dass er kaum mehr ist als ein Strich auf dem Gehäuse (12 Millimeter breit, 1,8 Millimeter hoch). Die geringe Bauhöhe (0,5 bis 1,8 Millimeter) soll es gestatten, den 192-Pixel-Sensor besser in kleinen Netbooks, CULV-Systemen, Ultra-Micro-PCs, Smartphones und anderen portablen Geräten einzusetzen.

Ebenfalls neu: Die Software EgisTec BioExcess. Sie ermöglicht es, sich am Rechner einfach per Fingerabdruck anzumelden – die Passworteingabe beim Start entfällt. Dabei ist BioExcess laut EgisTec die weltweit erste biometrische Zugangslösung, die Pre-Boot Authentication (PBA) auf Basis von Microsofts Windows Biometric Framework (WBF) unterstützt (eine der Neuheiten in Windows 7). Bei der Pre-Boot Authentication findet die Prüfung nach dem Start des BIOS und noch vor dem Start von Windows statt (der Windows-Login entfällt). Außerdem speichert das Tool die Passwörter des Users im Browser (*grusel*) und gibt so den Zugriff auf populäre Webdienste per Fingerabdruck frei – die ständige Eingabe von Passwörtern entfällt. Interessantes Extra: Bestimmten Fingern (= ihren Abdrücken) lassen sich ausgewählte Anwendungen zuweisen – der linke Zeigefinger lädt den Browser, der rechte kleine Finger öffnet Word, etc.

ScareWare.de kommentiert: Müßte man mal ausprobieren. Bei aller Hype um die Unsicherheit von Fingerabdruckscannern (also bitte: wir reden von Consumer-Geräten!) darf man ja nicht vergessen, dass bei Gott nicht unübliche Passwörter wie "sesam" oder der Name des Haustiers auch nicht viel sicherer sind...


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