VirtualBox versus VMware Player

Aus diversen Gründen war ich gezwungen, von VirtualBox auf VMware Player umzustellen. Was endloses googlen mir vorher nicht verschaffen konnte, gewann ich auf diese Weise selbst: Die Erkenntnis, welches von beiden besser ist. Hat zwar nichts mit Security zu tun, aber was soll's. Hier der kürzeste Erfahrungsbericht.

von Andreas am 07. Jun 2010
4 Kommentare |Beitrag linken:

Über mehrere  Wochen und Monate ausprobiert auf einem Intel Quadcore mit 3 GHz, 8 GB RAM auf Win7/64.

VMware Player

Gut

  • kost nix
  • extreme einfache, weil automatisierte Installation von Windows-OSsen
  • vergleichsweise stabile USB-Einbindung zum Host
  • DirectX 10 (Aero-Transparenz) für den Gast
  • eingebauter Disc-Compactor
  • zuverlässiges Cut & Paste zwischen Gast & Host
  • Cut & Paste von Dateien möglich
  • "Unity"-Mode – die aktuelle Gast-App läuft nahtlos im Host

Schlecht

  • keine "Pause"
  • Stabilitätsprobleme
  • größere Stabilitätsprobleme mit parallel laufenden Gästen
  • gelegentliche Grafikprobleme (Flackern, Zittern, you name it)
  • überhaupt keine Versionsverwaltung, noch nicht mal ein einfaches Freeze oder Undo

VirtualBox

Gut

  • kost nix
  • stabil auch mit mehreren Gästen, meist hatte ich Win XP, ein Vista, in Win 7 offen, gelegentlich auch ein Ubuntu dazu. Nie Probleme.
  • "Nahtloser" Modus – die aktuelle Gast-App läuft visuell gesehen nahtlos im Host

Schlecht

  • kein Assistent für Windows-Installationen
  • Suspend funktioniert nicht (bei mir jedenfalls)
  • Versionsverwaltung ohne Abzweigungen
  • instabile USB-Verbindung zum Host
  • kein eingebauter Disc-Compactor (manuell mit Kommandozeile, umständlich)
  • kein Cut & Paste von Dateien
  • kein nur bedingt "nahtloser Modus" – [Alt Tab] funktioniert nur jeweils im Host oder im Gast, nicht übergreifend wie bei VMware.

Fazit

Brüsk gesagt: Meine Hoffnung war, bei Gefallen VMware zu erwerben. Diese Hoffnung ist dahin, ich würde dafür sicher kein Geld ausgeben. VMware Player ist, wenn Sie mich fragen, zwar funktional stellenweise überlegen, vor allem wegen seiner Stabilität und der fehlenden Versionsverwaltung ein Fall für den Papierkorb, anschließend Rechtsklick und "Papierkorb leeren", am besten mit Eraser, danach die Festplatte einschmelzen. Ich kann kaum beschreiben, welchen Nerv mich dieses Teil kostete, ja immer noch kostet.

Aber. Das "Unity"-Feature ist schon sehr wertvoll und nur bei VMware zu haben. Wozu braucht man "nahtlose" Integration? Ich zum Beispiel brauche sie, weil ich ständig mit [Alt Tab] zwischen Anwendungen umschalte, und nur im Unity-Modus geht das zwischen einer Gast-App und einer Host-App; beim Seamless Mode / nahtloser Modus geht das bei VirtualBox nicht. Das reißt es raus, jedenfalls für mich, ist aber sicher ein extremer Spezialwunsch.

Wer jedoch Unity-Support und Aero-Gefunkel nicht wirklich braucht, ist imho mit VirtualBox besser dran, vor allem beim Ausprobieren von Software mit anschließendem Undo. (Benchmarks halte ich bei VMs übrigens für Voodoo, die zwei Prozent hier besser als da sind mir schnurze, daher gibt's auch keine.)

Und Virtual PC?

Für XP Mode ja, ansonsten: Nö. Weil VirtualBox und VMware Player Gasterweiterungen für Linux bieten, Microsoft bestimmt nicht.

Und Mac?

Auf dem Mac nehme ich Parallels (4.0) und hasse es. Aber nochmal 80 Schleifen für Fusion 3 ausgeben? Oder hoffen, dass der Upgrade-Preis (!) auf Parallels 5.0 sich lohnt? Argl. Falls jemand dazu einen Vergleich verfasst hat, gerne als Kommentar mit Link – das würde mich interessieren,


 
 
 

4 Kommentare zu “VirtualBox versus VMware Player”

  1. Conceit
    10. June 2010 um 18:33

    Inzwischen bietet VirtualBox einen "Seamless mode", der bei mir (Win7 Host mit Ubuntu 10.04 als Guest) auch ganz ordentlich funktioniert.

  2. Andreas
    11. June 2010 um 14:26

    Ah, danke!, hatte ich ganz vergessen (habs korrigiert), weil ich den nie nutze, weil er eben den einzigen Grund, warum ich "Unity" interessant finde, nämlich das nahtlose Umschalten mit [Alt Tab] zwischen Gast- und Host-Anwendungen, nicht unterstützt.

  3. Harald
    15. July 2010 um 03:01

    Danke für den Erfahrungsbericht. Ich habe die meisten Virtualisierer schon mal ausprobiert, ist aber zum Teil schon länger her.

    VMWare Player 2.03 läuft bei mir mit einem einzigen XP-Gast unter SLES 9 seit Jahren völlig stabil.

    Virtual PC 2004 war für mich die einzige Möglichkeit, eine vorhandene Installation von Windows 3.1 weiterzubetreiben. VMWare kam mit der Speicherverwaltung nicht klar, und Virtual Box und die anderen DOS-Emulatoren hatten zu dem Zeitpunkt keine bzw. keine funktionierende Unterstützung für serielle Schnittstellen.

    Andererseits scheint Virtual PC 2007 mit Intel Core Mobil-CPUs Probleme zu haben. Zumindestens Windows NT 4 als Gast hakte bei mir entsetzlich, weil die Speedstep-Funktion das Timing durcheinanderbringt.

  4. Andreas
    22. July 2010 um 00:16

    Da mein Notebook ein MacBook ist, habe ich dort nur Parallels als Virtualisierer am laufen und finde es ganz okay, sieht man von ihrer Upgrade-Gier ab (ein Update kostet fast so viel wie eine Vollversion). Ansonsten muss ich auch heute noch sagen, dass mir Virtual PC einfach am liebsten ist, und wahrscheinlich ist das noch nicht mal sachlich begründbar…

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